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Zittau und Umgebung

Stadt Zittau: Übersicht

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Die Stadt Zittau (230-285 m ü. NN, ca. 26.000 Einwohner, Große Kreisstadt im Landkreis Görlitz, Name von slawisch zito = Getreide, Roggen bzw. "Land, wo Getreide gedeiht" abgeleitet) befindet sich im äußersten Südosten Sachsens im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien. Das polnische Staatsgebiet reicht ab dem schmalen Korridor östlich von Ostritz nur mit einem "Zipfel" nach Süden bis hierher. Zittau, die "böhmischste" unter den Oberlausitzer Städten (welche bis 1635 zum Königreich Böhmen gehörten), sieht sich heute, sowohl bezüglich des Handels als auch des kulturellen Austausches, als Brücke zu den zwei Nachbarstaaten.

Die Stadt Zittau ist an dem hier in die Lausitzer Neiße mündenden Fluss Mandau (slawisch mantava = "trübes Wasser") gelegen − im Zittauer Becken, an das sich im Süden das Zittauer Gebirge, im Nordwesten das Oberlausitzer Bergland, im Osten Ausläufer des Isergebirges und im Südosten (in Tschechien) das Tal der Lausitzer Neiße anschließen. Die Lausitzer Neiße, Grenzfluss zu Polen, entwässert das Zittauer Becken. Am südwestlichen Stadtrand liegt der Olbersdorfer See.

Alte Post an der Bautzner StraßeZittau zeichnet sich durch einen schönen, für Sachsen nahezu einmaligen klassizistischen Stadtkern aus, der von einem im Bereich der früheren Stadtmauern verlaufenden Ring aus Grünanlagen umschlossen wird. Auch wertvolle Bauwerke der Gotik, der Renaissance und des Barock blieben in der Altstadt erhalten.








Bild: Alte Post an der Bautzner Straße/ Ecke Kirchstraße (1746/47 von Carl Christian Besser als Kaufmannshaus gebaut) mit reich geschmücktem Portal und Übereckerker, auf den Gesimsen beiderseits des Portals sind die Skulp­turen Mars und Minerva (Krieg und Frieden symbolisierend) zu sehen



Stadtwappen: viergeteiltes Herzschild, im 1. und 4. Feld auf rotem Grund je ein doppel­schweifiger silberner böhmischer Löwe (von König Johann von Böhmen der Stadt verliehen, Weiß und Rot sind die böhmischen Landesfarben), im 2. und 3. Feld auf goldenem Grund je ein schwarzer schlesischer Adler (von Herzog Heinrich von Jauer der Stadt verliehen als Belohnung für die Hilfe der Bürger bei der Eroberung der Burg Tollenstein im Jahr 1337), in der Mitte ein silbernes "Z" (für Zittau)

Bauwerke:

Kirchen:

Verkehr:

Kurze Stadtgeschichte:   [ siehe auch: Aus der Zittauer Stadtgeschichte ]
Die Zittauer Geschichte begann mit einer von den deutschen Eroberern des slawischen Siedlungsgebietes im 11. Jahrhundert an der damals schon bedeutenden Handelsstraße nach Böhmen, nahe eines alten slawischen Weilers (im Bereich des Westparkes), gebauten Burg. Das zunächst zur Markgrafschaft Meißen gehörende Gebiet wechselte im Jahr 1158 als Reichslehen zum Königreich Böhmen. Im frühen 13. Jahrhundert gründeten deutsche Siedler nahe der Burg ein Waldhufendorf, das sie nach einer älteren slawischen Ortsbezeichnung Sitte nannten. Im Jahr 1244 fand das Franziskanerkloster eine erste Erwähnung. Im Bereich der Frauenkirche wurde später das Herrendorf gegründet, benannt nach den Herren des dort vor 1300 eingerichteten Komturhofes des Johanniterordens.

Die urkundliche Ersterwähnung der Siedlung im Jahr 1238 als Sitavia (später Sittaw, dann Zittaw genannt) bezieht sich auf einen Burgherren von Sitavia. Im Jahr 1255 erklärte König Ottokar II. von Böhmen die Siedlung, die er zur Kennzeichnung des Verlaufs einer neuen Stadtmauer umritten haben soll, zur Stadt. Damit waren auch die Steuer- und Zollfreiheit und die städtische Gerichtsbarkeit erteilt. Im Jahr 1300 erhielt die Stadt das Münzprägerecht. Die hierdurch wohlhabende Stadt Zittau diente als böhmische Grenzstadt zur damals brandenburgischen Oberlausitz. Ein Bürgermeister (Magister civium) findet erstmals im Jahr 1310 Erwähnung.

Im Jahr 1346 schloss sich Zittau mit Bautzen, Görlitz, Löbau, Kamenz und Lauban zum Oberlausitzer Sechsstädtebund, einem Schutz- und Trutzbündnis vor allem gegen den räuberischen Landadel zusammen. Die Städte zerstörten nun zahlreiche Burgen, die als Raubritternester galten. Der Wohlstand des Bürgertums beruhte vor allem auf der Leineweberei, dem Tuchhandel und der Bierbrauerei. Zur Stadt gehörten im Jahr 1396 insgesamt 36 Dörfer. Um 1400 hatte Zittau etwa 5000 Einwohner.

In den Jahren 1359, 1372, 1422, 1455 und 1473 erlitt die Stadt schwere Stadtbrände. Im Jahr 1589 verbrannte etwa ein Viertel der Häuser, im Jahr 1608 vernichtete eine Brandstiftung gar drei Viertel der Stadt. Ab 1463 brach auch die Pest wiederholt aus, vor allem in den Jahren 1555, 1559 und 1599.

Der Handel und das Gewerbe der Stadt litten sehr unter den zwischen 1424 und 1434 häufigen Hussiteneinfällen aus Böhmen. Einer Belagerung durch die Hussiten im Februar 1424 konnte Zittau standhalten (nicht aber die nahebei am Gabler Pass gelegene Burg Karlsfried), ebenso im April 1427. Die Burg Oybin widerstand einer Belagerung im September 1429.

Die vor allem durch das Wirken des Theologen Lorenz Heidenreich schon ab 1521 in Zittau einziehende Reformation setzte sich dann ab 1538 endgültig durch, u.a. mit der Auflösung der Johanniterkommende (1538) und des Franziskanerklosters (1543). Der Oberlausitzer Pönfall, eine Strafmaßnahme des Kaisers gegen den abtrünnigen Oberlausitzer Sechsstädtebund im Jahr 1547, brachte auch Zittau zunächst große wirtschaftliche Einbußen. Doch schon im Jahr 1574 hatte sich die Stadt soweit erholt, dass sie die Burg Oybin erwerben konnte.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), vor allem zwischen 1631 und 1645, erlitt Zittau mehrere Angriffe durch kaiserliche und schwedische Truppen. Nach der Niederlage der böhmischen Stände in der Schlacht am Weißen Berg im Jahr 1620 emigrierten zahlreiche böhmische Protestanten nach Zittau, die nun die Wirtschaft und Kultur der Stadt wesentlich mitbestimmten und z.B. spezielle Webtechniken und die Zittauer Tradition des gewerblichen Gartenbaus einführten. Die schon im Jahr 1620 durch den Kaiser an Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen verpfändete Oberlausitz fiel im Prager Frieden von 1635 endgültig an Kursachsen - somit auch das Zittauer Land.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg erlebte die Stadt Zittau einen wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem wieder durch die Tuchmacherei, den überregionalen Tuchhandel und die Brauerei. Eine Kaufmannssocietät gründete sich im Jahr 1705.

Im Siebenjährigen Krieg schossen die österreichischen Truppen die von preußischen Truppen besetzte Stadt am 23. Juli 1757 in Brand. Etwa 80% der Häuser wurden zerstört, auch die Johanniskirche mit der Silbermann-Orgel und das Rathaus mit dem Ratsarchiv. In den 1760er Jahren begann der Wiederaufbau. Anstelle der zwischen 1820 und 1869 bis auf wenige Reste abgebrochenen Stadtmauer entstand der Grüne Stadtring. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich eine leistungsfähige Maschinen- und Textilindustrie in Zittau. Die Einwohnerzahl nahm nun stark zu.

Im Jahr 1945 verlor die Stadt durch die neue Grenzziehung ihren östlichen, jenseits der Neiße gelegenen Grundbesitz (Ortsteil Großporitsch). Aus dem böhmischen und dem nun polnischen Gebiet strömten tausende Vertriebene nach Zittau. Die Stadt geriet in eine Randlage ohne wesentlichen Handelsverkehr - es gab nur noch einen geringfügigen Grenzverkehr. In der Zeit der DDR besaß die Stadt eine bedeutende Industrie, vor allem Textilbetriebe und Werke des Maschinen- und Fahrzeugbaus wie z.B. die auch international bedeutenden Robur-Werke. Die Einwohnerzahl stieg bis auf etwa 47.000. Die im Jahr 1969 gegründete Ingenieurhochschule Zittau wurde ab 1988 als Technische Hochschule fortgeführt (1992 ging daraus die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen Zittau/Görlitz hervor). Zittau war Garnisonsstadt mit einer Offiziershochschule der Landstreitkräfte. (Das Kasernengelände wird heute durch Ämter und Behörden sowie Einrichtungen der Hochschule Zittau/Görlitz genutzt.)

Nach der politischen Wende von 1990 erlebte die Zittauer Industrie einen schnellen Niedergang. Der starke Geburtenrückgang und die massive Abwanderung ließen die Einwohnerzahl auf unter 30.000 sinken. Seitdem dominieren kleine und mittlere Betriebe die Wirtschaft. In den Jahren 1991/92 entstanden neue Gewerbegebiete in der Weinau und in Pethau. Seit 1996 ist Zittau Große Kreisstadt. Seit Dezember 2007 finden wegen des Schengen-Beitritts von Polen und Tschechien keine Grenzkontrollen mehr statt.

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